Willkommen im Stiftshaus!           

Hinter der Eingangstür befindet sich die barocke Treppe

Die barocke Treppe ist ein wichtiges Exponat des Baudenkmals Stiftshaus.

Über die Treppe wird das Obergeschoss mit Sitzungssaal und Spinn- und Webstube erreicht.

Die Kölner Decke in der Spülküche wurde bei der  Renovierung 1723 gestaltet

Die Kölner Decke in diesem Raum und eine wetere in der jetzigen Toilette weisen darauf hin, dass diese Räume seit 1723 eine besondere Funktion hatten. Vielleicht als Audiezraum.

Der wertvollste Raum im Stifts-museum ist das     Äbtissinnen-zimmer

Durch seinen angehobenen Holzfußboden hatte dieser Raum in dem über 500 Jahre alten Gebäude immer eine besondere Bedeutung. Meistens als Wohnzimmer (beste Stube) neben der Küche.

Die nigge aole Küeken heißt so, weil sie erst seit 2006 wieder als Treffpunkt am Herdfeuer genutzt wird.

Demnächst

Die Kaminwand dieses Raumes stammt aus dem 13.Jhdt. Schon vor mehr als 700 Jahren saßen hier Menschen am Herdfeuer.

Das Stiftsmuseum im Comtessenhaus

Von dem ehemaligen Zisterzienserinnenkloster  und späterem adligen Damenstift in Leeden sind heute nur noch die Stiftskirche und das Stiftshaus erhalten. An Hand des Modells, das im Museum gezeigt wird, kann man gut erkennen, welche  Ausdehnung die ehemalige Klosteranlage  gehabt hat. Das Zisterzienser- und Stiftsmuseum Leeden befindet sich im Stiftshaus und gibt Auskunft über das Leben in Kloster und Stift und deren Auswirkungen auf  den Ort. Das seit 1985 denkmalgeschützte Stiftshaus ist der zweitälteste Fachwerkbau im Kreis Steinfurt. Nach einer dendrochronologischen Untersuchung stammen Teile des Dachstuhls aus dem Jahre 1489.    

In der mehr als 500jährigen Geschichte des Hauses waren viele Restaurierungen  und Modernisierungen notwendig, aber die Grundsubstanz ist immer erhalten geblieben. Nach der letzten aufwendigen Restaurierungsmaßnahme 2010/11 konnte der Heimatverein Leeden,  seinen lang gehegten Wunsch eines Stiftsmuseums, in den „neuen“ Räumlichkeiten erfüllen. Die Museumsräume haben eine Fußbodenheizung und verfügen über eine moderne Beleuchtungs-  und  Ausstellungstechnik. In der Dauerausstellung werden Dokumente und Bilder zum Klosterleben und der Stiftszeit gezeigt.

Im Eingangsraum des Museums wird:

1. über die Gründe zur Entstehung des Klosters,

2. über die Entwicklung in der Reformation und die Umwandlung in ein       
              Adliges Damenstift und

 3.über die Auflösung des Stiftes und welche Folgen das für die damaligen  
              Stiftsdamen hatte, berichtet.

 Im Äbtissinnenzimmer  wird am Beispiel der Sophia Johanna Gräfin zu Bentheim-Tecklenburg das Leben einer Adeligen im Stift dargestellt. Zu ihrem Leben und Wirken im Stift hat der Heimatverein eine Druckschrift herausgegeben. Hier wird auch der Stiftsorden gezeigt den  Sophia Johanna mit der Erlaubnis von Friedrich dem Großen dem Stift schenkte.

Brautpaare können sich im Äbtissinnenzimmer  trauen lassen.

Der dritte Ausstellungsraum enthält als wichtigstes  Exponat des Stiftshauses eine Kölner Decke. Diese war auch der Grund für die Förderung der Restaurierung durch die NRW-Stiftung. Die Kölner Decke und andere Exponate in diesem Raum erzählen etwas über die Historie dieses Teiles des Hauses in den vergangenen 290 Jahren.

In dem Nebenraum  befindet sich die wahrscheinlich einzige behindertengerechte Toilette Deutschlands,  mit Kölner Decke. Diese leider beschädigte Kölner Decke wurde bei der letzten Renovierung wiederentdeckt und freigelegt.

In den Akten des Staats Archives MS findet man für das Stiftshaus, wie es heute von der Stadt Tecklenburg als Eigentümerin  und dem Heimatverein als Mieter genannt wird, die Bezeichnungen: Chanoinessen- (Stiftsdamen), Äbtissinnen-  und Comtessenhaus  (Gräfinnenhaus).  3      Comtessenhaus weist darauf hin, dass die Gräfin Sophia Johanna als Äbtissin, 1723 (Jahreszahl im Kamin) das Haus als repräsentatives Domizil im barocken Stil mit Kölner Decke, aufwendigen Kaminen und  großzügigem Treppenhaus hat ausbauen lassen.

Ein weiterer besonders geschichtsträchtiger Raum ist die “ Nigge aule Küeke“. Bei einer 1988 erfolgten Probegrabung in der ehemaligen Küche des Hauses wurde eine Bodenfliese gefunden. Nach der genaueren Untersuchung der Bodenfliese durch das Westfälische Museum für Archäologie und das Amt für Bodendenkmalpflege, stellte sich heraus, dass diese aus dem 3. Drittel des 13. Jhdt. stammt und damit überregionale Bedeutung hat. Das hatte zur Folge, dass bei allen weiteren Sanierungsarbeiten im Untergeschoss des Hauses das Amt für Bodendenkmalpflege eingeschaltet werden muss. Als 2002 die Renovierung des alten Küchenbereiches anstand, führte die Bodendenkmalpflege eine Grabung durch.  Dabei wurde eine spätmittelalterliche Planier- oder Kulturschicht eines Vorgängerbaues aus der Frühzeit des Klosters freigelegt. Vor der ca. 1,1 m dicken Steinmauer aus dem 13.Jhdt.  fand man zwei übereinander liegende Herdstellen. In der Steinwand zeichnet sich an dieser Stelle ein zugemauerter Kamin ab. Die älteste Herdstelle enthielt Reste spätmittelalterlicher Keramik, die obere Herdstelle war mit Backsteinen und flachen Kalksandbruchsteinen befestigt. An beide Feuerstellen schloss sich ein Lehmestrich mit Küchenboden-charakter an.

Während der Restaurierungsarbeiten wurden in der Steinwand ein bereits bekannter kleiner Backofen, darunter eine Nische evtl. Holzlager und zwei große zugemauerte Durchbrüche freigelegt. Bei den Durchbrüchen könnte es sich um Fenster oder Tore des Vorgängerbaues handeln. Gestampfter Lehmfußboden und Reste einer Grundmauer des Vorgängerbaus wurden auch im Äbtissinnenzimmer festgestellt und vom Amt für Bodendenkmalpflege dokumentiert.

Nach der Renovierung des Küchenraumes, der vorher für mehr als 50 Jahren als Stall und Brennstofflager genutzt wurde,  konnte hier 2003 die „Nigge aule Küeke“ eingeweiht werden. Dieser Raum, der über mehr als 750 Jahre Geschichte erzählt, ist  Dreh- und Angelpunkt bei den Aktivitäten des Heimatverein

 

Über die barocke Treppe gelangt man in die Spinnstube, die Webstube und den Versammlungsraum des Dorfgemeinschaftshauses. Seit der letzten Renovierung gefördert durch das Amt für Agrarordnung ist das Stiftshaus auch  Dorfgemeinschaftshaus, obwohl das Haus früher schon allen Vereinen und Gruppen des Dorfes zur Verfügung stand. Die Spinn- und Webgemeinschaft trifft sich jeden Donnerstag ab 14:00 Uhr in der Spinn- und der Webstube um Schafwolle zu verarbeiten. Gäste sind immer willkommen.